moltrust-enforce
Referenz-Client für den MolTrust-Laufzeit-Check POST /enforce/check (constraint_mode = "enforce").
Dünn und ausdrücklich: kein Decorator, kein Framework-Hook, keine versteckte Middleware. Zwei Methoden, und der Betreiber sieht bei beiden, was passiert. Framework-agnostisch — wo der Aufruf im eigenen Code steht, entscheidet der Betreiber.
Das SDK prüft Mandate. Es stellt keine aus: Erzeugen und Signieren von Mandaten ist nicht Teil davon.
0.4.0 bricht jeden Digest. Die Domain-Tags heißen jetzt
aae:…stattmoltrust:…, weil AAE -02 die Werte normativ festlegt und ein Formatwert keinen Firmennamen tragen sollte. Betroffen sindaction_binding,mandate_digest,transaction_digest,core_digest, die signierten Bytes einer Ratifikation und jedes AER-Bündel. Ein Record aus 0.1.0–0.3.0 lässt sich mit diesem Paket nicht mehr nachrechnen; dafür braucht es die alte Version. Woran man es erkennt:enforce_versionundratify_versionstehen im Core jetzt auf"2.0"statt"1.0". Details und die vollständige Tag-Tabelle im CHANGELOG.
Installation
pip install -e sdk/python # nur nachrechnen und verifizieren
pip install -e "sdk/python[client]" # dazu der HTTP-Client für POST /enforce/check
Die Basis trägt jcs und cryptography — genau das, was der Nachrechen-Pfad braucht. Der HTTP-Client steht ab 0.4.0 im Extra client; ein Dritter, der nur ein Urteil prüft, installiert damit 5 Pakete statt 12. [verify] ist ein leeres Extra und existiert, damit pip install "moltrust-enforce[verify]" läuft und die Antwort im Paket selbst steht: der Verifizierer braucht nichts über die Basis hinaus.
Änderung gegenüber 0.3.0: dort kam httpx unbedingt mit. Wer nach dem Upgrade EnforceClient ohne das Extra anfasst, bekommt keinen nackten ModuleNotFoundError, sondern:
EnforceClient needs the HTTP client, which is not installed. It moved into an extra
in 0.4.0: pip install 'moltrust-enforce[client]'. Recomputing and verifying work without it.
Auf PyPI liegen 0.1.0, 0.2.0 und 0.3.0. Jede Veröffentlichung ist ein eigener, menschlich freigegebener Schritt; 0.4.0 ist nicht draußen.
Muster 1 — dem Server glauben
Der einfache Weg. Ein Aufruf, ein Verdikt.
from moltrust_enforce import EnforceClient
client = EnforceClient("https://api.moltrust.ch", api_key=API_KEY)
verdict = client.check(mandate, transaction)
if verdict.permitted:
execute(transaction)
else:
log.warning("blocked: %s (%s)", verdict.verdict, verdict.reason)
verdict.permitted ist nur bei PERMIT wahr. PENDING ist keine Erlaubnis, DENY erst recht nicht.
Muster 2 — selbst nachrechnen
Der eigentliche Punkt. Das Verdikt hängt allein an Mandat und Transaktion — kein Serverzustand, keine Uhr, keine Datenbank. Wer beide Eingaben hat, rechnet es lokal nach und braucht dem Server nicht zu glauben.
verdict = client.check(mandate, transaction)
result = client.verify(verdict, mandate, transaction)
if not result.ok:
# Der Server hat etwas anderes gesagt als die Eingaben hergeben.
alert("enforce server disagrees with local recompute", result.mismatches)
return # nicht ausführen
if verdict.permitted:
execute(transaction)
verify() prüft dreifach: ob die Antwort sich selbst trägt (core_digest passt zum mitgelieferten core), ob die lokale Auswertung denselben Digest ergibt, und ob der Server dasselbe Verdikt nennt wie die lokale Auswertung. Jede Abweichung landet in result.mismatches.
Ganz ohne Server geht es auch — der Kern ist öffentlich:
from moltrust_enforce import enforce_check
local = enforce_check(mandate, transaction)
Fail-closed
Ein PERMIT entsteht ausschließlich aus einer gelesenen 200-Antwort, die PERMIT sagt. Alles andere ist DENY:
| Lage | Ergebnis |
|---|---|
| Server nicht erreichbar, Timeout, DNS-Fehler | DENY, from_server=False |
| HTTP 4xx/5xx | DENY, from_server=False |
| Antwort ist kein JSON / hat die falsche Form | DENY, from_server=False |
verdict-Wert unbekannt |
DENY, from_server=False |
| Kein gültiges Mandat im Request | DENY (der Server antwortet 200 mit DENY-Record) |
Wer die Störung lieber als Ausnahme behandelt:
client = EnforceClient(..., on_transport_error="raise") # wirft EnforceTransportError
Beide Einstellungen sind fail-closed. Ein drittes, durchlassendes Verhalten gibt es nicht — kein Schalter, der eine unerreichbare Prüfung in eine Erlaubnis verwandelt.
PENDING
check() gibt PENDING unverändert zurück. Das SDK löst es nicht auf, und permitted bleibt False — eine PENDING-Aktion kommt hier nie still durch.
Der optionale Haken meldet, er entscheidet nicht: sein Rückgabewert wird ignoriert, das Verdikt bleibt PENDING.
def queue_for_approval(verdict):
approvals.put(verdict.core_digest) # melden
client = EnforceClient(..., on_pending=queue_for_approval)
verdict = client.check(mandate, transaction)
if verdict.pending:
return # der Betreiber muss handeln
Ohne Haken passiert dasselbe, nur ohne Meldung: PENDING kommt zurück, permitted ist False, ausgeführt wird nichts.
Mandat und Transaktion
Ein Mandat trägt Grants. Ein Grant bindet an eine Aktion (action_binding), deklariert deren Felder (type_fields), führt Constraints und eine disposition:
from moltrust_enforce import action_digest
action = {"verb": "transfer", "asset": "USDC", "chain": "base"}
mandate = {
"grants": [{
"action_binding": action_digest(action),
"type_fields": ["verb", "asset", "chain"], # woraus die Aktion besteht
"disposition": "allow", # allow | hold | forbid
"constraints": [
{"type": "exact", "field": "to", "value": "0xABC…"},
{"type": "enum", "field": "region", "values": ["CH", "DE"]},
{"type": "range", "field": "amount", "lo": 0, "hi": 1000},
],
}],
}
transaction = {"action": action, "to": "0xABC…", "region": "CH", "amount": 500}
type_fields trennt die Aktion von ihren Argumenten. Die Aktion muss ein Objekt sein und genau diese Schlüssel tragen — kein fehlender, kein zusätzlicher. verb ist Pflicht. Empfänger und Betrag bleiben Geschwister der Aktion und werden über Constraints geprüft; wandert der Betrag in die Aktion, ist er Teil des Digests und jede Zahlung wäre eine andere Aktion. Ohne type_fields ist der Grant ungültig, und ein Mandat, das nur aus ihm besteht, trägt nichts.
exact vergleicht exakt — kein Präfix, kein Case-Folding, keine Normalisierung; eine Vanity-Adresse mit gleichem Anfang fällt durch. enum vergleicht jedes Element exakt. range ist ein geschlossenes Ganzzahl-Intervall lo ≤ arg ≤ hi; Fließkommazahlen werden abgewiesen, weil sie die Nachrechenbarkeit brechen.
PERMIT gibt es nur, wenn ein Grant per action_binding trifft, alle seine Constraints halten und die disposition allow ist. Eine Aktion, die kein Grant adressiert, ist DENY und nie PENDING. forbid hat Vorrang vor einem erlaubenden Grant.
AER — Urteile über lebende Vorbedingungen
Ab 0.4.0 wertet das SDK auch Constraints aus, deren Antwort nicht in der Transaktion steht: ob eine Berechtigung widerrufen wurde, ob ein Empfänger auf einer Sanktionsliste steht, welcher Umrechnungskurs für ein Fiat-Limit galt. Solche Fakten leben außerhalb der Entscheidung und ändern sich; damit ein Dritter das Urteil trotzdem nachrechnen kann, wird jeder Faktenwert als signierte Aussage mit Gültigkeitsfenster mitgeführt — ein Evidenz-Item, verpackt als DSSE-Envelope (Dead Simple Signing Envelope, das Signatur-Format aus der Supply-Chain-Welt). Alle Items einer Entscheidung stehen in einem Bündel, das Bündel hat einen Hash bundle_commit, und der steht im Verdikt-Record.
from moltrust_enforce import build_bundle, f_ext, verify_record
# Vier Constraint-Typen zeigen auf das Bündel statt auf die Transaktion.
mandate = {"grants": [{
"action_binding": action_digest(action),
"type_fields": ["verb", "asset", "chain"],
"disposition": "allow",
"constraints": [
{"type": "exact", "field": "to", "value": "0xABC…"},
{"type": "evidence_bool", "query": {"kind": "revocation", "subject": "aae:0f3a"},
"expect": False},
{"type": "evidence_enum", "query": {"kind": "jurisdiction", "subject": "0xABC…"},
"values": ["CH", "DE"]},
{"type": "evidence_scaled_range", "field": "amount", "rate_scale": 6,
"query": {"kind": "fx", "pair": "USDC/EUR"}, "lo": 0, "hi": 500},
],
}]}
bundle = build_bundle(items, mandate, transaction, "2026-08-31T12:00:00Z")
record = f_ext(mandate, transaction, bundle) # rein, ohne Netz und ohne Uhr
evidence_bool, evidence_enum und evidence_range vergleichen den Wert aus dem Bündel. evidence_scaled_range rechnet einen Betrag aus der Transaktion mit einem Kurs aus dem Bündel um und prüft ihn gegen eine Grenze: der Kurs steht als Ganzzahl in Einheiten von 10**rate_scale, verglichen wird betrag * kurs gegen grenze * 10**rate_scale. 500 USDC-Minor-Units zum Kurs 0,92 ergeben 460 EUR-Minor-Units und halten unter einem Limit von 500. Gerechnet wird ohne Division und ohne Rundung, weil ein Fließkomma-Zwischenschritt je nach Plattform ein anderes Urteil ergeben kann.
Jeder Evidenz-Constraint prüft zusätzlich das Fenster seines Items gegen den decision_timestamp des Bündels. Fehlt ein Item zu einer Frage, ist der Wert vom falschen Typ oder liegt der Zeitpunkt außerhalb des Fensters, ist das Ergebnis DENY — dieselbe fail-closed-Regel wie im statischen Fall. Ein Mandat ohne Evidenz-Constraints bekommt von f_ext dasselbe Verdikt wie von enforce_check; tests/test_aer_ext_core.py hält das über einen Fallkorpus nach.
Nachrechnen ohne Server: moltrust-verify
Der Verifizierer bekommt Record, Bündel, Mandat, Transaktion und eine Trust-List — eine Datei, die sagt, welchen Quellen der Prüfende glaubt. Er öffnet keine Verbindung und liest keine Uhr:
moltrust-verify --input decision.json --trust-list sources.json
V1 PASS bundle commit and input binding hold
V2 PASS every item carries a signature from a trusted source
V3 PASS every item window covers the decision timestamp
V4 PASS recomputed PERMIT from the same inputs
PASS — recomputed verdict PERMIT
Eine fertige Entscheidung zum Ausprobieren liegt in examples/aer/ — decision.json, trust.json und das Skript, das beide erzeugt.
V1 prüft, dass der Commit zum Bündelinhalt passt und dass Bündel und Record dasselbe Mandat und dieselbe Transaktion meinen. V2 prüft je Item eine Ed25519-Signatur über die DSSE-PAE gegen einen Schlüssel aus der Trust-List. V3 prüft je Item das Gültigkeitsfenster gegen den Entscheidungszeitpunkt. V4 rechnet f_ext neu und vergleicht core_digest und Verdikt. Exit-Code 0 heißt, alle vier halten; 1 heißt, mindestens eine fällt; 2 heißt, die Eingabe war schon nicht lesbar. Dieselben Prüfungen als Bibliothek: verify_record(record, bundle, mandate, transaction, trust_list).
Was damit belegt ist: der Betreiber hat genau diese Evidenz benutzt, sie war zum Entscheidungszeitpunkt gültig, und aus ihr folgt genau dieses Verdikt. Was offen bleibt: ob eine benannte Quelle die Wahrheit gesagt hat. Wer den Schlüssel einer gelisteten Quelle besitzt, kann im Fenster einen falschen Wert signieren, und ein Fakt kann sich innerhalb eines gültigen Fensters ändern — dagegen hilft ein kurzes Fenster oder ein erneuter Abruf unmittelbar vor der Ausführung. Das Vertrauen ist damit auf benannte, auditierbare Quellen verschoben und nicht beseitigt.
Das SDK prüft Evidenz und stellt keine aus. Signierende Quell-Adapter gehören nicht ins Paket; die Trust-List bringt der Prüfende mit, weil ein Verifizierer, der Schlüssel erst online auflösen müsste, kein Offline-Verifizierer wäre.
Der Prüfpfad lädt auch keinen HTTP-Stack: EnforceClient kommt erst beim Zugriff (PEP 562), import moltrust_enforce.cli zieht damit weder httpx noch socket oder ssl in den Prozess. Geladen sind jcs und cryptography. tests/test_aer_verify.py misst das am Prozess und nicht am Quelltext. Ohne das Extra client ist httpx gar nicht erst installiert.
Kopplung an die Server-Signatur
Das SDK ist an die Signatur aus PR #306 gekoppelt:
- Request
{"mandate": …, "transaction": …, "prev_core_digest": "sha256:<64 hex>"|null} - Antwort
{"verdict", "reason", "grant_index", "trace", "record": {"core", "core_digest"}}
src/moltrust_enforce/_core.py ist eine unveränderte Kopie von app/enforcement/enforce_check.py. Genau eine Zeile weicht ab: der Import der JCS-Kanonisierung zeigt hier direkt auf jcs statt auf app.signature, weil das SDK ohne das Server-Paket auskommen muss. tests/test_core_parity.py prüft beides — dass keine zweite Zeile abweicht, und dass beide Fassungen über einen Fallkorpus dieselben Digests liefern.
Ändert sich die Signatur, muss das SDK nachziehen.
Tests
cd sdk/python && pip install -e ".[test]" && pytest
Lizenz
MIT
Metadata
Release files for moltrust-enforce 0.4.0
For a detailed explanation of source distributions (sdists) and built distributions (wheels), please see the package formats documentation.
Source distribution (sdist)
| File | Size | Uploaded | |
|---|---|---|---|
| moltrust_enforce-0.4.0.tar.gz | 65.5 kB | Details |
Built distribution (wheel)
| File | Interpreter | ABI | Platform | Reset |
|---|---|---|---|---|
| moltrust_enforce-0.4.0-py3-none-any.whl | Python 3 | none | any | Details |
Total release size: 111.6 kB
Release files / moltrust_enforce-0.4.0.tar.gz
| Download URL | moltrust_enforce-0.4.0.tar.gz |
|---|---|
| Size | 65.5 kB |
| Tags | Source |
|
SHA-256 checksum How to use checksums |
4d382874cd01a96eb3db74e0488f21c5257e28094c07fbbcef4ef9b966b823e2
|
|
BLAKE2b-256 checksum How to use checksums |
45448d41f3b32c0ea5297456a02c8478f22913fb7dff075d3848051273ec23bc
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Release files / moltrust_enforce-0.4.0-py3-none-any.whl
| Download URL | moltrust_enforce-0.4.0-py3-none-any.whl |
|---|---|
| Size | 46.0 kB |
| Tags | Python 3 |
|
SHA-256 checksum How to use checksums |
3739c9c1859ba786913625ba356ac06f5b3aa9da926036daf3d3ba2e1b85ddd7
|
|
BLAKE2b-256 checksum How to use checksums |
9e3c4880ceee58b33e54e3f1cb0cff9f2def33287e722939cc0cf44ec69bd037
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